Mobilität
Mobilität ist für Forschende im frühen Stadium ihrer Laufbahn von zentraler Bedeutung. Sie beeinflusst sowohl die individuellen Karrierechancen (z.B. bei der Antragstellung auf einen kompetitiven Grant) als auch die Vernetzung innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft.
- Karriereförderung: Internationale Erfahrung wird als wertvolles Qualifikationsmerkmal angesehen und kann entscheidend für Berufungen und Förderungen sein.
- Netzwerkbildung: Mobilität ermöglicht den Aufbau internationaler wissenschaftlicher Netzwerke, die für Kooperationen und Publikationen essenziell sind.
- Wissensaustausch: Der Wechsel zwischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen fördert den Transfer von Ideen und Methoden.
- Persönliche Entwicklung: Mobilität stärkt die interkulturelle Kompetenz und Sprachkenntnisse. Zudem fördert sie Selbständigkeit und Anpassungsfähigkeit.
Der Anspruch, geographisch mobil zu sein, bringt aber auch Herausforderungen mit sich. Nicht für jede Person ist Mobilität gleich zugänglich, z.B. wegen familiärer oder finanzieller Gründe. Zudem befürchten Forschende, während ihres Auslandaufenthalts den Bezug zum ursprünglichen Arbeitsmarkt zu verlieren oder sie sorgen sich wegen Lücken in der Sozialversicherung.
Angesichts solcher Herausforderungen und Hürden wurde zunehmend der Ruf nach einer breiter gefassten Definition von Mobilität laut. Mobil sein - das geht auch zwischen verschieden Branchen, zwischen dem öffentlichen Sektor und der Privatwirtschaft sowie zwischen wissenschaftlichen Disziplinen. Zudem können Vernetzung, Austausch und internationale Zusammenarbeit durch virtuelle Kooperationen auch ohne Ortswechsel erfolgen (Online-Konferenzen, digitale Formen der Zusammenarbeit in Forschungsprojekten).
Sektorüberschreitende Mobilität
Die sektorüberschreitende Mobilität bezeichnet den Wechsel zwischen verschiedenen Sektoren – etwa von der Wissenschaft in die Wirtschaft, Verwaltung, NGOs oder zurück. Es lohnt sich, frühzeitig berufliche Erfahrungen ausserhalb der Universität sammeln, z.B. in der Forschung bei Unternehmen, in der Wissenschaftskommunikation, in der öffentlichen Verwaltung oder bei Stiftungen. Auch im späteren Verlauf der akademischen Laufbahn können Wechsel zwischen verschiedenen Sektoren bereichernd sein, so können bspw. Erfahrungen aus der Industrie Impulse für innovative Forschungsfragen und Kooperationen liefern.
Während geographische, internationale Mobilität – insbesondere in der Postdoc-Phase – von Förderagenturen stark gefördert und teilweise sogar vorausgesetzt wird, bleibt die sektorüberschreitende Mobilität bislang weitgehend unbeachtet.
Inter- und Transdisziplinarität
Mobilität kann auch innerhalb der Universität zwischen verschiedenen Disziplinen stattfinden. Als Forscher*in ist es wichtig, über die Grenzen des eigenen Forschungsgebiets hinaus zu blicken und in inter- und transdisziplinären Projekten mit Forschenden anderer Disziplinen zusammenzuarbeiten. Dies gilt besonders im Kontext globaler Krisen, die etwa in Bereichen wie der Nachhaltigkeit oder der Politik komplexe Fragestellungen aufwerfen und vielschichtige Herausforderungen stellen. Als Nachwuchsforscher*in empfiehlt es sich deshalb, das eigene Netzwerk transdiziplinär zu erweitern, um innovative und kreative Fragestellungen zu finden, methodische Kompetenzen zu erweitern sowie die gesellschaftliche Relevanz der eigenen Forschung zu erhöhen.
Als Volluniversität hat sich die Universität Bern im Rahmen ihrer Stratgie 2030 zum Ziel gesetzt, ihr Potenzial in der Inter- und Transdisziplinarität auszunutzen, indem sie die Durchlässigkeit von Strukturen auf Stufe der Fakultäten, Departemente und Institute stärkt. Zu diesem Zweck entwickeln die Fakultäten und die Universitätsleitung strategische Zentren, Graduate Schools, Kompetenzzentren, Plattformen und Netzwerke.
