Karriereplanung
Doktorat sowie Postdoktorat sind herausragende Qualifikationen, die vielfältige berufliche Perspektiven eröffnen. Die im Verlauf der wissenschaftlichen Laufbahn erworbenen Kompetenzen und Erfahrungen sind in vielen Bereichen gefragt – innerhalb der Wissenschaft ebenso wie in Wirtschaft, Verwaltung, Politik, Kultur, Non-Profit oder Third Space.
Gerade weil die Möglichkeiten so breit gefächert sind, lohnt es sich, die eigene Laufbahnplanung frühzeitig zu beginnen – idealerweise bereits im ersten Jahr des Doktorats bzw. Postdoktorats. Dazu zählt, Karriereziele auch jenseits der Wissenschaft in den Blick zu nehmen und regelmässig den Austausch mit den Betreuungspersonen zu suchen, um Laufbahnfragen zu besprechen. Ergänzend gehört dazu, Kompetenzen gezielt auszubauen, wenn man merkt, dass sie fehlen.
Empfehlungen für Junior Academics
Früh beginnen
Machen Sie sich bereits im ersten Jahr des Doktorats bzw. Postdoktorats Gedanken zu den eigenen Karrierezielen – auch jenseits der Wissenschaft. So bleibt genug Zeit, die entsprechenden Kompetenzen zu entwickeln, Kontakte zu knüpfen und Erfahrungen zu machen.
Ein weiterer Grund, früh zu beginnen, sind die zeitlichen Limitationen bei Fördergefässen: So liegt die Bewerbungsfrist für Postdoc.Mobility in der Regel maximal drei Jahre nach dem Doktorat, für Ambizione zwischen einem und vier Jahren nach dem Doktorat, wobei mindestens ein Jahr Postdoc-Erfahrung Voraussetzung ist. Dabei spielt das sogenannte academic age keine Rolle – auch Jahre in der Industrie werden angerechnet.
Gespräche nutzen
Suchen Sie regelmässig das Gespräch mit Betreuungspersonen zu Laufbahnfragen. Neben dem bilateralen Austausch mit den Betreuungspersonen bietet das jährlich stattfindende Mitarbeitendengespräch eine Gelegenheit, Feedback zu Forschungs- und Ausbildungsleistungen, zu Institutsaufgaben und zur Zusammenarbeit zu erhalten. Betreuungspersonen von Doktorierenden und Postdoktorierenden sind verpflichtet, mindestens zweimal während des Doktorats bzw. Postdoktorats ein Karrieregespräch mit den Doktorierenden bzw. Postdoktorierenden durchzuführen.
Es lohnt sich, nicht nur mit den Betreuungspersonen im Austausch zu bleiben, sondern auch andere Personen einzubeziehen, insbesondere Mentor*innen. Auch die Beratungsstelle der Berner Hochschulen bietet Unterstützung bei Laufbahn- und Karrierefragen an.
Kompetenzprofil erstellen
Im Doktorat und Postdoktorat erwirbt man vielfältige Kompetenzen, derer man sich selber nicht immer bewusst ist. Ein Kompetenzprofil erfasst strukturiert die fachlichen, methodischen, sozialen und persönlichen Fähigkeiten und macht sichtbar, wo Stärken liegen und welche Bereiche sich gezielt weiterentwickeln lassen. Dieses Wissen schafft die Basis für ein selbstbewusstes und zielgerichtetes Vorgehen in der Karriereplanung.
Nutzen Sie die Vorlagen und Anleitungen weiter unten, um ein Kompetenzprofil zu erstellen.
Karriereplan entwickeln
Ein Karriereplan ist ein strukturierter Fahrplan, der berufliche Ziele, notwendige Schritte und einen Zeitrahmen festhält. Es lohnt sich, einen solchen zu entwickeln und regelmässig zu überprüfen.
Mögliche Aspekte eines Karriereplans
- Reflexion über das eigene Verständnis von Karriere/Erfolg
- Klärung der eigenen Interessen, Motivation, Bedürfnisse, Werte
- Festlegung von langfristigen Zielen und Etappenzielen
- Erstellung eines persönlichen Kompetenzprofils
- Identifikation von psychologischen und sozialen Ressourcen
- Identifikation von Entwicklungsfeldern
- Festlegung von Entwicklungsmassnahmen
- Aneignung von Arbeitsmarktkenntnissen innerhalb und ausserhalb der Wissenschaft
Nutzen Sie die Tools sowie die Angebote von EURAXESS weiter unten für Ihre Karriereplanung.
Netzwerke aufbauen
Pflegen Sie Kontakte innerhalb und ausserhalb der Wissenschaft – national und international –, um Einblicke in unterschiedliche Berufsfelder zu erhalten und Chancen zu erweitern.
Tagungen und Kongresse bieten eine gute Gelegenheit, Kontakte zu Mitgliedern wissenschaftlicher Netzwerke zu knüpfen und das eigene Netzwerk zu erweitern, zum Beispiel in Kaffeepausen oder bei gemeinsamen Mahlzeiten. Für Doktorierende sind solche Anlässe eine Chance, sich Personen vorzustellen, mit denen sie später zusammenarbeiten möchten. Ein erstes Gespräch an einer Konferenz erleichtert oft die spätere Kontaktaufnahme.
Ressourcen und Tools
Kompetenzprofil erstellen
Es gibt verschiedene Anbieter und Organisationen, die Vorlagen und Anleitungen zur Erstellung eines Kompetenzprofils anbieten. Hier eine kleine Auswahl:
| Anbieter*in | Tool | Beschreibung |
|---|---|---|
| Beratungsstelle Berner Hochschulen | Allgemeines, schlankes und praxisnahes Arbeitsblatt-Profil; breit einsetzbar und hands-on zur Selbst- oder Team-Reflexion. |
|
| Eidg. Personalamt | Modell der Schweizer Bundesverwaltung mit Fokus auf Unternehmens-, Führungs- und Sprachkompetenzen; als PDF/online verfügbar und exportierbar. | |
| National Postdoctoral Association | US-Modell für akademische und nicht-akademische Karrierewege von Postdocs; textbasiert, zur Selbsteinschätzung und Trainingsplanung nutzbar. | |
| Entwickelt im Auftrag der Europäischen Kommission | ResearchComp bietet zwei Elemente: 1. Den ersten gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für überfachliche Kompetenzen, der die sektorübergreifende Mobilität von Forschenden fördern soll; 2. Ein Selbstbewertungstool, das Nachwuchsforschenden dabei hilft, ihre überfachlichen Kompetenzen einzuschätzen. |
Karriereplan erstellen
Anbieter*in |
Tool | Beschreibung |
|---|---|---|
| Cresogo | Der kostenlose Karriere‑Ressourcen‑Fragebogen unterstützt Forschende dabei, Stärken, Potenziale und Arbeitsmarktfähigkeit zu bewerten, ein individuelles Profil zu erhalten und gezielte Entwicklungsempfehlungen zu bekommen. Entwickelt wurde er an der Universität Bern von Prof. Dr. Andreas Hirschi und Team. | |
| EURAXESS | Das No Limits‑Toolkit hilft jungen Forschenden, ihre Prioritäten zu klären, Kompetenzen zu stärken und verschiedene Karriereoptionen zu erkunden – durch Tipps, Quizfragen und nützliche Ressourcen. |
|
| EURAXESS | Das Career Development‑Handbook für junge Forschende hilft, Stärken zu identifizieren, Karriereoptionen zu prüfen und mit einem klaren Plan gezielt voranzukommen. Als Download oder E‑Tool auf der EURAXESS‑Website. |
|
| Vitae | Das Researcher Development Framework der britischen Organisation Vitae gibt Forschenden einen Überblick über zentrale Kompetenzen, unterstützt Selbstreflexion und zeigt Wege zur gezielten Karriereentwicklung. Zusätzlich bietet Vitae Ressourcen für jede Karrierestufe (Doktorat, Post‑Doc usw.). |
Weitere hilfreiche Ressourcen
| Anbieter*in | Tool | Beschreibung |
|---|---|---|
| Abteilung Akademische Karrieren | Transferable Skills sind Kompetenzen, die in einem bestimmten Kontext erworben und anschliessend in vielfältigen Bereichen angewendet werden können. Das Kursangebot umfasst Themen wie Projektmanagement, wissenschaftliches Schreiben und Publizieren, Datenvisualisierung sowie Forschungsdatenmanagement. Zudem widmen sich viele Kurse den aktuellen Entwicklungen im Bereich der KI. |
|
| Abteilung Akademische Karrieren | Die Universität Bern bietet Postdocs vielfältige Angebote zur Planung der akademischen und ausserakademischen Laufbahn. Im Zentrum stehen individuelle Orientierung, Kompetenzentwicklung und Vorbereitung auf künftige Karriereschritte. |
|
| EURAXESS | EURAXESS‑Webinare bieten kostenfreie, jederzeit abrufbare Impulse zu Soft Skills und Karrierethemen wie „Proposal Writing & Funding“, „Job Interview Skills“ und „Academic Teaching Methods“. Teilweise werden auch länderspezifische Forschungskarrieren vorgestellt. |
|
| EURAXESS | EURAXESS Smart Talks auf Spotify liefern kostenlose, jederzeit hörbare Praxis‑Insights zu Forschungskarrieren, Innovation und Unternehmertum. Expert*innen, erfolgreiche Forschende und Institutionen teilen Erfahrungen zu Themen wie ERC‑Antragsstrategien, From Science to Startup und Discover Careers Beyond Academia. |
