Für Betreuungspersonen
Die Betreuung von Doktorierenden ist eine facettenreiche, anspruchsvolle und verantwortungsvolle Aufgabe. Sie umfasst nicht nur die fachliche Anleitung und Begleitung der Forschung, sondern beispielsweise auch die Förderung der wissenschaftlichen Selbständigkeit, der wissenschaftlichen Sozialisation, der Karriereentwicklung und der persönlichen Entwicklung der Doktorierenden.
Grundlage einer guten Betreuung ist der Aufbau einer professionellen und positiven Betreuungsbeziehung, die von gegenseitigem Vertrauen und Respekt sowie einer offenen, transparenten und konstruktiven Kommunikation gekennzeichnet ist.
Die Betreuung von Doktorierenden ist jedoch kein standardisierter, sondern ein individueller und dynamischer Prozess. Die Form und Intensität der Betreuung sind von vielen Faktoren abhängig, insbesondere von den persönlichen Voraussetzungen der Betreuenden und Doktorierenden, der jeweiligen Fachrichtung sowie der Finanzierung des Doktorats.
Kurse für Betreuungspersonen
Der zweitätige Blockkurs «Training für PhD Supervisors» thematisiert Ziele, Herausforderungen und Inhalte guter Betreuung von Doktorierenden.
Wichtige Aspekte der Betreuung
Fachliche Betreuung des Dissertationsprojektes
- Unterstützung bei der Themenfindung und thematischen Eingrenzung des Dissertationsprojekts.
- Qualitätssicherung: Sicherstellung der wissenschaftlichen Tragfähigkeit der Dissertation und der Einhaltung wissenschaftlicher Integrität.
- Beratung bei der Wahl und Anwendung geeigneter wissenschaftlicher Methoden.
- Sicherstellung des Zugangs zu Forschungsgeräten, -einrichtungen, Daten und Ergebnissen sowie Feldarbeit, die für das Dissertationsprojekt benötigt werden.
- Unterstützung bei der fachlichen und sozialen Integration in die eigene Forschungsgruppe.
Strukturierung des Doktorats
- Unterstützung bei der Entwicklung eines realistischen Zeit- und Arbeitsplans für die Dissertation und die zu erbringenden Ausbildungsleistungen (Definition wichtiger Meilensteine).
- Monitoring des Forschungsprozesses in Übereinstimmung mit dem vereinbarten Forschungsplan sowie Durchführung regelmässiger Zwischengespräche zur Reflexion des Arbeitsfortschritts.
Förderung der wissenschaftlichen Qualifikation
- Unterstützung der Selbstständigkeit der Doktorierenden durch gezielte Förderung von Eigenverantwortung und Selbstorganisationsfähigkeiten.
- Hinweise auf geeignete Qualifizierungsangebote wie Graduate Schools / Doktoratsprogramme, Kurse zu fachlichen und überfachlichen Kompetenzen, Konferenzen oder Summer Schools.
- Unterstützung bei der strategischen Planung von Publikationen, insbesondere in Bezug auf geeignete Fachzeitschriften und gegebenenfalls sinnvoller Co-Autorenschaften.
- Förderung der Vernetzung mit Peers und etablierten Forscherinnen und Forschern auf nationaler und internationaler Ebene.
Kommunikation und Verfügbarkeit
- Offene und transparente Kommunikation.
- Klärung gegenseitiger Erwartungen, Aufgaben, Rechte und Pflichten.
- Regelmässige Besprechungen (inkl. Standortbestimmungen und Karrieregespräche).
- Ausreichende Verfügbarkeit und zeitnahe Reaktionszeiten auf Anfragen und Einreichungen.
- Offenes und konstruktives Feedback.
- Festlegung des Vorgehens im Falle von Konflikten.
Psychosoziale Unterstützung
- Motivationale Unterstützung: Förderung von Durchhaltevermögen und Selbstvertrauen.
- Unterstützung bei Rückschlägen, Schreibblockaden oder Konflikten.
- Verständnis für und Unterstützung bei Belastungen, Zeitdruck oder privaten Problemen.
- Vermittlung an geeignete Unterstützungsangebote: z. B. Beratungsstelle der Berner Hochschulen, fakultäre Anlaufstellen, etc.
Doktoratsvereinbarung
Die Rahmenbedingungen des Doktorats und die individuellen Betreuungsmodalitäten werden zu Beginn des Doktorats in der Doktoratsvereinbarung transparent und verbindlich festgehalten.
